top of page
  • AutorenbildThomas Bucher

Wann hören wir auf, präsent zu sein?


Letztens leitete ich eine wunderbare Atemmeditation mit den Teilnehmern vom "Freitag im Freiraum" (Raum für Begegnung und Bewusstsein, jeden Freitag um 18:30). Anschließend berichteten beinahe alle geschlossen von einer klaren, ruhigen und kraftvollen Präsenz. Es war magisch! Zum Einen, weil das Potential der Gruppe entfacht wurde und zum anderen, weil wir mit einem wundervollen Bergkristall-Energiefeld etwas mitgeholfen hatten : )


Beim nächsten Treffen fragte ich die Teilnehmer, wann und wie sich dieser Bewusstseinszustand wieder veränderte. Die Antworten waren wieder sehr ähnlich: "Das geht ganz schnell! Sobald mich der Alltag wieder hat. Wenn ich wieder anfange zu denken, zu grübeln, Probleme zu wälzen, mich aufrege, ..."


Warum können wir diese Kraft, Ruhe, Besonnenheit, innere Sicherheit, die wir durch bestimmte Praktiken oder in besonderen Situationen erleben, nicht halten?

Besonders in schwierigen und stressigen Situationen wäre doch ein kühler Kopf super. Innere Klarheit und Sicherheit sind immens hilfreich, um selbstbewusst gute Entscheidungen zu treffen, für sich einzustehen und ehrlich mit sich und anderen zu sein.



Tja, es sind eben doch einige Persönlichkeitsanteile in mir, die weniger gut über mich denken...

Durch einen schiefen Blick, ein schnippisches Kommentar, Überforderung oder etwa Misserfolg können diese Anteile ganz schnell aktiv werden. Gleichzeitig zieht mein Verstand alle Register von Schutzstrategien: Gegenangriff, klein machen, nicht wahr haben wollen, ...



Das ist ungefähr das Gegenteil von "Präsenz".

Wie komme ich aber aus der Nummer raus?

Und wie kann ich in solchen Situationen, präsent bleiben?


Versuch dir einfach mal vorzustellen, all deine negativen Selbstbilder und Mechanismen, die dich abwerten oder dich in Kontakt mit deinen Wunden und Schatten bringen, seien Blockaden in dir, die den Fluss der Lebensenergie beeinträchtigen. Sobald du durch bestimmte Situationen und Menschen in Kontakt mit diesen Wunden kommst, werden sie sichtbar und fühlbar. Der erste Impuls wäre, sich zu schützen und etwas dafür oder dagegen zu tun. Doch das würde nur bedeuten, die Blockade wieder zurück ins Unterbewusstsein zu drücken. Stattdessen könntest du dich dem Prozess hingeben, in dem Vertrauen, dass gerade jener Anteil in dir sichtbar wird, der geheilt oder gelöst werden kann.


Die Zauberformel heißt: Annehmen - Widerstand lösen - Loslassen



Was heißt nun aber annehmen?


In erstere Linie bedeutet es "Fühlen". Zum Fühlen gehört auch, den inneren Widerstand gegen das Gefühl zu lösen. Das ist wichtig, denn etwas in mir möchte mich ja davor schützen, dass ich mich schlecht fühle. Genau hier ist Präsenz gefragt. Andernfalls wird eine automatisch ablaufende Schutzstrategien aktiviert, als Versuch meines Verstandes, mich zu schützen.


Die Körperempfindungen können sein:

Druck auf der Brust, im Bauch, auf den Schultern, oder sich innerlich hohl zu fühlen, verkrampft oder zusammengezogen...


Nun heißt es "LOSLASSEN".


Gelingt es mir, mich den Gefühlen hinzugeben und allem, was auftaucht Raum zu geben, bin ich auf einer heißen Spur.


Für diesen Prozess ist keine Anstrengung oder aktive Willenskraft nötig. Darum heißt es ja "loslassen". Das ist unserem Verstand nur nicht so geläufig. Denn der denkt, dass nur durch handeln eine Veränderung geschehen kann.

Das ist aber nicht wahr. In uns geschieht ständig etwas, ohne dass wir willentlich daran beteiligt sind. 75000 Mrd. Zellen arbeiten in dir zusammen, verdauen Nahrung und bauen daraus den menschlichen Körper. In jedem von uns ist eine Intelligenz und Lebenskraft am wirken, die scheinbar ganz präzise weiß, was es zu tun gibt.


Schneide dich in den Finger und die Wunde wird wieder zusammenwachsen. Dringt Schmutz ein oder wird sie immer wieder aufgerissen, wird sie sich entzünden und schmerzhafte Probleme bereiten. Säuberst du die Wunde aber und gibst Salbe und ein Pflaster darüber, wird sie schneller und auch ganz alleine heilen.


Könnte es sein, dass dies auch mit seelischen oder psychischen Wunden geschieht?

Für mich ist das klar.

Eine Wunde, die sich in Form von negativen Gefühlen und Gedanken zeigt, möchte genauso gereinigt und verbunden werden.

Sie zu reinigen würde bedeuten, sie zu fühlen, anzunehmen und den Widerstand dagegen zu lösen. Sie nicht wahrhaben zu wollen, zu verdrängen und so tun als wäre nichts, würde eher einem Verunreinigen der Wunde entsprechen.


Der Prozess des Loslassens ist wie das Verbinden einer Wunde. Ich sorge dafür, dass sie besser heilen kann. Mit einem Pflaster oder Verband kommt dann auch eine wesentliche Verbesserung meiner Handlungsmöglichkeiten. Ich muss nicht ständig aufpassen, dass ich anstoße, der Schmerz lässt nach, ich kann mich wieder frei bewegen.

Auch bei dem Prozess des "Durchfühlens" - Annehmen, Widerstand lösen, loslassen - wirst du eine wesentliche Verbesserung feststellen. Jede Blockade, die du damit loslässt, erlaubt der Lebensenergie freier durch dich zu fließen. Das ist sofort spürbar. Ein Raum in dir tut sich auf, der sich füllt mit jener Kraft, die durch die Blockade unterdrückt wurde. Auf Schwere folgt Leichtigkeit, auf Angst folgt Vertrauen, auf Leere die Fülle, ... Du wirst auch Zugang zu deiner Inspiration und Intuition bekommen und Erkenntnis über den Sinn des Prozesses erlangen.




Erst dann, nach dieser Transformation, ist es sinnvoll zu handeln. Wenn sich etwas in mir gelöst hat und mir dadurch eine vorher blockierte Kraft zur Verfügung steht, werde ich authentisch reagieren können.










Besonders in Fällen, in denen Ungerechtigkeit oder Übergriffe stattfinden, ist es wichtig Zugang zu meinem vollen Potential zu bekommen, um für mich einzustehen zu können und meine Grenzen zu setzen. Auch wenn das nicht auf Anhieb gelingt. Nutze jede Gelegenheit, dich von deinen Blockaden zu befreien und du wirst die Kraft deiner Präsenz immer besser zum Einsatz bringen können. Den Erfolg wirst du sehen, wenn dich ähnliche Situationen, die zuvor zu Unbehagen geführt haben, dich nicht mehr triggern bzw. du eine neue Möglichkeit gefunden hast, angemessen zu reagieren.


Wie schränken uns aber psychische Wunden ein, die schon eine lange Zeit in uns darauf warten versorgt zu werden? Wenn ich ständig aufpassen muss, dass sie nicht berührt werden, durch Blicke oder Kommentare von anderen; oder durch das Vermeiden von Fehlern, um keine Kritik ertragen zu müssen. Ich glaube, es wird klar, warum ungelöste innere Verletzungen, Menschen so stark "versteifen". Es ist dieses Unterdrücken, was einerseits enorm viel Kraft kostet und andererseits auch zu körperlicher Verspannung führt.


Cranio Sacrale Körperarbeit, Kinesiologie und andere energetische und körperliche Methoden können den Prozess des "Blockanden-Lösens" unterstützen.


Aber am allermeisten wünsche ich dir viel Achtsamkeit und Mut, dich deinen inneren Prozessen zu widmen. Auf dass du das Vertrauen bekommst, vorerst mal nur zu fühlen, dich zu entspannen und loszulassen. Dann kannst du immer noch handeln : )


Eine sehr ausführliche Beschreibung und Anleitung für ein Leben mit Hingabe beschreibt Michael A. Singer in seinem Buch "The Untethered Soul" (Die Seele will frei sein).


Ich freue mich über Austausch beim "Freitag im Freiraum" und über Kommentare und Erfahrungsberichte auch über diesen Raum!


Genieße deinen persönlichen Freiraum!


Herzlichst Thomas



0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Comments


bottom of page