• Thomas Bucher

Übung "Gefühle Fühlen"

Aktualisiert: 23. Sept.



Es ist Herbst. Heute ist "Tag und Nacht Gleiche". Ich lese in einigen Foren, "Jetzt ist die Zeit der Ernte. Nun können die Früchte eingefahren werden. Welche Früchte kannst du dieses Jahr ernten?"

Einige meiner Klienten würden diese Frage mit einem traurigen stillen Blick beantworten. Chronische Beschwerden, Schicksalsschläge oder Verluste fühlen sich eben nicht an wie "Ernte". Doch gibt es trotzdem so etwas wie "Erntedank" für diese Menschen?



Abgesehen davon, dass viele schwierige Lebenssituationen weder schöngeredet noch schlagartig positiv verändert werden können, glaube ich schon, dass jedes Problem auch eine Entwicklungsmöglichkeit mit sich bringt. Und ich erfahre immer wieder, auch bei mir selbst, wie das eigene Gedankenkarussell eine Situation hochschaukeln und die negativen Gefühle und Selbstbewertungen verstärken kann. Viele der Gedanken haben bei genauer Analyse zwar nicht einmal einen bemerkenswerten Wahrheitsgehalt. Trotzdem identifizieren wir uns mit ihnen und halten das negative Selbstbild als selbstverständlich. Die besten Voraussetzungen für einen unerwünschten Seins-Zustand und Nährboden für Antriebslosigkeit und Depression.


Ich möchte dir in diesem BLOG eine einfache Übung an die Hand geben, um einen neuen Umgang mit deinen Gedanken und Gefühlen zu erlernen.


Übung "Gefühle fühlen"

1. Das Gefühl benennen

Bisher warst du vielleicht gewohnt in deinen Gefühlen zu baden oder sie zu bekämpfen bzw. sie zu betäuben. Gleichzeitig hast du wahrscheinlich auch eine Geschichte an sie geknüpft: "Meine Situation ist so ungerecht! Er / Sie ist schuld, dass es mir so schlecht geht! Warum ich? Alle anderen haben etwas, was ich nie bekommen werde! Ich werde das nie schaffen, weil...! Mit mir stimmt etwas nicht! Ich bin so schlecht, unfähig, orientierungslos, ..."

Du weißt zumeist genau, wer oder was deine Gefühle beeinflusst oder auslöst.

Doch nun lass die Geschichte, die Auslöser, die Schuldigen los und beginne damit, das Gefühl erst mal zu benennen.


Ist es Trauer, Frust, Ärger, Schwäche, Scham ………………?????


Das benennen ermöglicht dir, dich innerlich etwas abzugrenzen und mal von Außen oder einer gewissen Distanz auf das Gefühl zu blicken.



2. Das Gefühl einer Körperwahrnehmung zuordnen


Wenn nur mehr das Gefühl übrig ist, weil die Geschichte wie ein Luftballon aufsteigen darf, fällt es leicht, dies im Körper wahrzunehmen.


Wo sitzt denn die Trauer?

Wo spürst du den Ärger?

Wo im Körper steckt der Frust, die Schwäche, die Zerrissenheit?

Wie fühlt sich das denn an?

Zeigen sich Druck, Spannung, Leere, Wärme, Kälte, ein Ziehen, ein Rhythmus, eine Bewegung, Fülle, Schmerz, ein Kribbeln, oder anderes?


3. Das Gefühl fühlen


In dem Moment, wo ein Gefühl reine Körperwahrnehmung wird, werden wir durchlässig und die Wahrnehmungen werden sich zumeist wandeln. Versuche, dem Gefühl bzw. der körperlichen Empfindung Raum zu geben. Lass dich mal vollkommen ein auf den Druck, den Brustschmerz, das Gefühl von Leere oder "hohl sein", ...

Schau mal, ob du diesen körperlichen Ausdruck einfach nur empfinden kannst, ohne Bewertung, ob dies negativ oder positiv ist - ob du das gerade möchtest oder nicht.


Dabei geht es nicht darum, deine Emotion wie Traurigkeit, Angst, Wut, Nervosität, ... zu vergrößern oder zu verstärken. Das geschieht ja durch die negative Selbstbewertung und durch das wälzen von Gedanken. Stattdessen fokussiere dich auf deine "Körperlichkeit", deine körperlichen Empfindungen.




4. Dem Gefühl Raum geben


Sobald es dir gelingt, rein deine körperlichen Empfindungen wahr zu nehmen, geschieht etwas Erstaunliches. Es ist, als würde sich ein innerer Widerstand lösen. Ein Widerstand, der das eigene Fühlen zu unterdrücken versucht, weil sich niemand schlecht fühlen will. Doch jetzt frag dich nicht was du willst oder wie es sein soll, sondern werde dir bewusst, wie es im Moment gerade ist. Versuche den Druck als Druck wahrzunehmen, das Ziehen als Ziehen, die Leere als Leere,... . Gib dem was ist Raum. Beobachte neutral aber neugierig. Was geschieht dadurch? Verändert sich die Empfindung, wenn du sie bewusst zu fühlen beginnst?


Viele Menschen beschreiben diesen Prozess auch als ein Gefühl des "Sich Ausdehnens". Ich persönlich komme sehr rasch in den Zustand, wenn ich versuche meine "Körperlichkeit" zu "genießen". Ja du hast richtig gelesen! Tatsächlich ist es möglich, den Druck, das Ziehen auf der Brust oder eine "Zugeschnürte" Kehle oder die Leere im Bauch zu "genießen". Oder anders ausgedrückt, sich zu öffnen für die Reaktionen, die dein Körper kreiert, um dem Inneren Seins-Zustand Ausdruck zu verleihen.


Wenn du also den Widerstand in dir löst und dich für das, was ist, öffnest, dehnst du dich in deiner Wahrnehmung aus.


Willkommen im "Hier & Jetzt", im gegenwärtigen Moment, im reinen Bewusstsein.


Du wirst erfüllt von dir selbst. Das ist wahre Erfüllung. Diesen Wandel kann jede/r genießen : )


Mit zunehmender Erfahrung wirst du deinen Gefühlen ganz anders begegnen. Kein Widerstand oder Angst vor den eigenen Gefühlen mehr. Zunehmende Präsenz und Gelassenheit wirken sich positiv auf dein Selbstbewusstsein und deinen Selbstwert aus.


Versuche dies in Absichtslosigkeit und Hingabe geschehen zu lassen, denn die Übung gilt in erster Linie der Wahrnehmung. Auch wenn Wandlung geschieht, ist diese nicht beabsichtigt und dennoch gut zu beobachten, solange du in deiner Aufmerksamkeit verankert bist.


Ich hoffe, dir mit dieser Übung ein Beitrag gewesen zu sein.


Gerne stehe ich dir auch als Begleiter in deinem Entwicklungsprozess zur Seite. Mit Cranio, Kinesiologie und Energiearbeit helfe ich Menschen Blockaden zu lösen und das unterdrückte Potential hinter dem Symptom zu ENT-decken.


Herzliche Grüße


Thomas


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